Wirsing

Kraut, Kohl, grünes Blattgemüse … irgendwie scheint das alles nur einen ziemlich mäßigen Ausschlag auf der Beliebtheitsskala vieler Mitmenschen zu erzielen. Doch das ist wirklich total schade!!! Vielen graut es schon allein beim Anblick von Kohl oder Kraut – am ehesten können sich einige noch eine kleine Portion Rotkohl zum Gänsebraten vorstellen, aber so als Single-Star – ganz allein auf der Bühne der Kochkunst – das scheint manchen doch etwas zu verwegen.

Kohl bringt Schwung in die Töpfe

Aber genau das ist der falsche Ansatz, denn es ist ein ganz phantastisches Gemüse mit sooooo wertvollen Inhaltsstoffen, dass man Kohl eigentlich täglich – auf jeden Fall in der Winterzeit – essen sollte. Und dazu kommt seine enorme Vielseitigkeit: sei es als fermentiertes Gemüse, als Hauptzutat in einer schönen Suppe, gedünstet oder auch als Rohkostbeilage oder eben, wie ich es euch gleich zeigen werde: gerollt mit einer Füllung – denkbar ist quasi alles. Vorbild und Inspiration war natürlich – wie soll es anders sein – die klassische Kohlroulade – wer kennt sie nicht?

Fröhliche Wirsing-Röllchen auf Linsen-Curry

Regenbogenernährung

Aber es muss eben nicht unbedingt immer Weißkohl und auf gar keinen Fall zwingend Hackfleisch sein. Wirsing hat den Charme, dass er so schön grün leuchtet und damit Deinem Teller ein ganz appetitliches Äußeres verpasst. Hast Du eventuell schon einmal etwas von der Regenbogenernährung gehört? Nicht??? Das bedeutet, wenn Du die Farben des Regenbogens in Form von Lebensmitteln auf Deinen Teller bringst, versorgst Du Dich auch ohne viel Theoriestudim ganz automatisch mit zahlreichen und vor allem vielseitigen Nährstoffen. Noch dazu macht es einfach mehr Freude, bunt zu essen, findest Du nicht?

Power-Food Wirsing

Zurück zum Wirsing, warum also ausgerechnet ihn? Neben einem recht hohen Vitamin-C-Gehalt – beinahe soviel wie der einer Zitrone – wären da vor allem Eisen, Kalium und Folsäure (die wiederum die Eisenaufnahme ebenso wie Vitamin C unterstützt). Besonders, wenn Du Dich fleischarm oder fleischlos ernährst, ist das ein wichtiger Aspekt, um auf lange Sicht keinen Eisenmangel zu erlangen. Außerdem finde ich ihn schmackhaft, leicht zu verarbeiten, die Farbe bleibt auch durch das Garen noch schön kräftig und die Blätter behalten ihre Stabilität – auch wenn Du sie zu diesen fröhlichen Röllchen verarbeitest. Also ab zum Gemüsemann oder zur -Frau und nichts wie ran an den Wirsing 🙂

Solltest Du bei Kohl immer an die Folgen in deinem Verdauungstrakt denken und ihn aus diesen Gründen bislang eher gemieden haben, kann ich Dich auch beruhigen: mit dem Zaubergewürz: Hing, Asafoetidea oder Asant wird der Kohl deutlich leichter verdaulich und es entstehen weniger Blähungen, die im übrigen ja auch von Hülsenfrüchten verursacht werden können. Auch der zugefügte Kreuzkümmel mildert die Luftbildung in Deinem Darm und lässt Dich Deine Mahlzeit ganz entspannt genießen.

Wirsingröllchen

Wirsing senkt Pitta, entgiftet und ist gut für die Figur

Als grünes Blattgemüse ist Wirsing im Geschmack leicht bitter, dieser Geschmack wirkt pittasenkend. Er passt also immer, um gegen Entzündungen, Übersäuerung oder zu viel Hitze anzugehen. Darüberhinaus wirken Bitterstoffe leberunterstützend sowie blutreinigend, sie helfen Dir also bei der Entgiftung. Und da Wirsing ein recht kalorienarmes Gemüse ist, hilft er Dir in hervorragender Weise bei Deiner Frühjahrskur oder auch sonst, wenn Du ein paar Pfunde loswerden möchtest. Wirsing ist also zur Senkung von Pitta und Kapha hervorragend geeignet.

Wirsing macht glücklich

Und vielleicht fragst Du Dich noch immer, warum die Wirsingröllchen eigentlich so fröhlich sind? Ganz einfach wegen der rosigen Füllung – ganz ohne, dass ein Tierchen dafür geopfert wurde, das macht doch einfach nur fröhlich 🙂 🙂 🙂

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Fröhliche Wirsing-Röllchen auf Linsen-Curry

Fröhliche Wirsingröllchen auf Linsen-Curry


  • Author: simdosha
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Ingredients

Für 2 Personen
4 große Außenblätter vom Wirsing
100 g Basmatireis und 300 ml Rote-Bete-Saft (oder Sud vom Abkochen frischer Roter Bete)
oder
100 g Rosa Reis von Lotao Glam Wedding Pinker Basmatireis bio
150 g Rote Linsen (alternativ: Grüne Linsen, Berglinsen, Beluga-Linsen oder Mung Dal)
Ghee
1 kleine Rote Zwiebel
1 daumengroßes Stück frischer Ingwer
1 TL Kreuzkümmel
1/4 TL Asafoetida
1 gestr. EL schwarze Senfsaat
1 Karotte
2 Wirsingblätter
1 Stück Sellerie (ca. 50 g)
1 Lorbeerblatt
2 TL Paste für Gemüsebrühe (selbstgemacht, kann auch entfallen)
500 ml Wasser
100 ml Kokosmilch
2 geh. TL Currypulver
1 kl. Chili
Salz, Pfeffer,
Etwas Zitronensaft
Frischer Koriander oder andere Kräuter
Außerdem: etwas Küchengarn


Instructions

Vorbereitung
Die Linsen unter fließendem Wasser gut spülen und mit frischem Wasser für 2-3 h oder (bei härteren Linsen, wie z.B. Beluga-Linsen gern auch über Nacht) einweichen. Von einem Wirsing die 4-6 äußeren großen Blätter vorsichtig ablösen und in einem Topf mit kochendem, leicht gesalzenem Wasser blanchieren und für ca. 5-10 Minuten darin liegen lassen. Dann das Wasser abgießen, auffangen und beiseite stellen (wird fürs Linsen-Curry noch gebraucht). Die Wirsingblätter kalt abspülen und bis zur Verarbeitung ebenfalls beiseite stellen.

Pinker Reis
Nun den Reis kochen. Diesen dafür unter fließendem Wasser gut spülen, bis das Wasser klar bleibt. Etwas Ghee in einen Topf geben, die Reiskörner kurz anschwitzen und dann mit der doppelten Menge Flüssigkeit und 1 Prise Salz aufsetzen und zum kochen bringen. Achtung! Hast Du schon roten oder pinken Reis fertig gekauft, musst Du nun nichts weiter beachten. Einfach nach Packungsanleitung kochen.

Verwendest Du weißen Basmatireis und färbst Ihn selbst, dann gibst Du nach dem Anschwitzen anstatt des Wassers den Rote-Bete-Saft oder -Sud sowie eine Prise Salz zum Reis und garst ihn ebenfalls, bis er bissfest ist. Nach ca. 10 Minuten ist die Flüssigkeit aufgesogen und der Reis fertig. Nun bei geöffnetem Topf leicht abkühlen lassen und bis zur Verarbeitung beiseite stellen.

Linsen-Curry
Für das Curry nimm Dir einen etwas weiteren Topf. Gib 2 TL Ghee hinein, putze den Ingwer und die Zwiebel, Karotte und Sellerie und schneide alles ganz fein – Karotte und Sellerie nicht ganz so klein. Vom Wirsingkopf löse noch 2 Blätter und schneide diese in schmale Streifen.

Wenn das  Ghee warm ist, fügst Du Ingwer und Zwiebel, Senfsaat und den im Mörser zerstoßenen Kreuzkümmel und Asafoetida hinzu. Kurz anschwitzen, bis die Zwiebel glasig ist. Das Currypulver erst jetzt und schließlich auch die Wirsingstreifen, Karotten- und Selleriestückchen hineingeben, gut verrühren und alles noch ein wenig anschmoren. Schließlich spülst du die eingeweichten Linsen gründlich mit klarem Wasser durch, gibst diese mit in den Topf und schmorst sie ebenfalls an. Dabei solltest Du immer gut umrühren, damit nichts anbrennt.

Gib nun das aufgefangene Wirsingwasser sowie heißes Wasser dazu (Gesamtmenge ca. 500 ml), evt. 2 TL selbstgemachte Brühpaste, ein Lorbeerblatt sowie die Kokosmilch. Rühre um, reduziere die Hitze, Deckel drauf und lass das Ganze für ca. 20-25 Minuten köcheln.

Fröhliche Wirsingröllchen
Währenddessen widmest Du dich Deinen Wirsingröllchen. Dafür schneidest Du mit einem scharfen Messer die dicke Blattrippe am unteren Ende vorsichtig heraus. Aber sei vorsichtig, damit das Blatt nicht auseinanderfällt. Nun gibst Du auf jedes Blatt 1-2 gehäufte EL gegarten rosa Reis und wickelst die Blätter nacheinander zu einem Röllchen und mithilfe des Küchengarns befestigst Du sie.

In einer Pfanne 2 TL Ghee erwärmen und die Wirsingröllchen hineinlegen und so von allen Seiten ganz gemächlich schmoren. Sie sollten rundum eine schöne braune Farbe annehmen und einen leckeren kohligen Duft verströmen.

Schließlich schaust Du noch einmal zu Deinem Linsen-Curry. Zum Ende der Garzeit sollten die Linsen weich und vielleicht noch ein wenig bissfest sein und das Gemüse ebenfalls. Schmecke das Ganze mit Salz und Pfeffer ab und rühre 1 EL frischen Saft einer Biozitrone ein. Das ist wichtig, um auch die Eisenanteile aus Wirsing und den Linsen aufnahmefähig zu machen. Wenn Du magst, rundest Du Dein Curry nun noch mit etwas natürlicher Süße ab, wie z.B. etwas Ahornsirup oder Agavendicksaft.

Und dann kann es auch schon losgehen: Pro Portion einen ordentlichen Schlag Curry in eine schöne Schüssel oder einen tiefen Teller geben und je ein halbiertes Wirsingröllchen oben drauf. Mit ein wenig frischem Blattkoriander oder anderen frischen Kräutern anrichten.

Machs Dir gemütlich und lass es Dir munden und mich wissen, wie Du es fandest 🙂 !

Guten Appetit und vor allem: viel Spaß beim Kochen!!!