Als ich zum 1. Mal in Kerala (Südindien) war, kam ich in den Genuss dieser herrlichen – absolut eigenartig anmutenden – Gartenfrucht. Dieses Gemüse hatte es mir irgendwie aufgrund seine besonderen Wuchsform und des krass bitteren Geschmacks mehr als angetan. Normalerweise bekommt man die Bittergurke – lat. Momordica charantia – in unserer Gegend nicht so einfach. Eventuell beim Asiaten in gefrosteter Form, aber dann ist nicht klar, wieviel Chemie beim Anbau im Einsatz war.

Glücklicherweise habe ich dank Ernte-Mich – einem Permakultur- und Biohof aus der Region – im Frühjahr eine Jungpflanze erstanden. Diese hat sich offenbar in meinem Garten super wohl gefühlt und mich mit zahllosen Bittergurken belohnt. Der Standort ist ziemlich sonnig und wir haben auch ordentlich gewässert. Das Ergebnis lässt sich wirklich sehen.

Die Bittergurke ist vor allem eine Heilnahrung und sie wird in China und Indien auch aus diesen Gründen verzehrt. Hauptsächlich isst man sie bei Magenbeschwerden, zu hohem Blutzucker, Gallenleiden, Krämpfen, Entzündungen und Fieber. Auch bei extremer Fettleibigkeit sowie Menstruationsbeschwerden kann man die Bittergurke verspeisen. Ein gänzlich anderer Ansatz als in unserer Medizin, ganz nach dem Motto eines alten Gelehrten, der schon vor mehr als 2.000 Jahren sagte:

„Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.“

Gerade streitet man sich, ob er es wirklich gesagt hat – fest steht für mich, dass es ein sehr kluger Satz ist und deshalb zitiere ich ihn sehr gern hier, auch wenn es nicht der alte Hippokrates gewesen sein sollte.

Zurück zur Bittergurke: um die wirklich extreme Bitternote etwas abzumildern, befreit man das Gemüse nach dem Waschen von den Kernen, um es dann sehr großzügig von innen und außen einzusalzen und für mindestens 15 Minuten ruhen zu lassen. Ich habe sicherheitshalber 1,5 h gewartet – es war immer noch ziemlich bitter, aber das ist ja auch gewollt. Das Salz spült man vor der Zubereitung sorgsam wieder ab. Bei mir hat das restliche Salz, was in die Gurke eingezogen war, komplett für die Würzung des Gerichts ausgereicht.

Und was hab ich nun draus gemacht?

Du platzt sicher schon vor Neugierde? Also los gehts:

Ich hab die Bittergurken in einem Bett aus einem fruchtig-scharfen Masala-Sud zubereitet, dazu Spinat-Dal, Jeera-Reis (das ist Reis mit Kreuzkümmel) und eine Raitta (Joghurt-Dip) mit schwarzen Kichererbsen gereicht. Und was soll ich sagen: es war absolut köstlich!!! Wenn du dir etwas Zeit und Muse zum Kochen nimmst, probiere es einfach aus.

Und falls du keine Bittergurken bekommst, kannst du auch Zucchini oder Chicorée verwenden. Ich wünsche dir viel gute Kochlaune und freue mich auf deinen Kochbericht :)!

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Bittergurke in fruchtigem Masala | Heilnahrung mit extra Bitternote


  • Author: simdosha

Description

Bittergurke – auch Bittermelone – ist hilfreich bei allen Verdauungsstörungen, zu hohem Blutzucker, Problemen mit der Galle, Entzündungen und Fieber sowie Menstruationsbeschwerden. Du kannst sie sehr lecker zubereiten und aus der Medizin wird eine rundum gesunde Mahlzeit!


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Ingredients

Zutaten:
5-8 Bittergurken
2 TL Salz
2 EL Kokosöl
1 TL Chili gemahlen
1 TL Garam Masala
1/2 TL Amchur (getrocknetes Mango Pulver)
Himalaya- oder Steinsalz

für das feuchte Masala
1 rote Zwiebel
1 Tomate
1/4 frische Mango, geschält und in Würfel geschnitten
1 grüne oder gelbe Chili (oder auch nur 1 Stück, je nach Schärfe)
4 Knoblauchzehen
1 daumengroßes Stück frischer Ingwer, geschält
1 daumengroßes Stück frische Kurkuma oder 1 TL Kurkuma Pulver

für das trockene Masala
10 Erdnüsse
2 TL Koriander Samen
2 getrocknete rote Chili (oder weniger nach Geschmack)
1 mittelgroße Tamarinde, alternativ: einige Spritzer Zitronensaft oder Amchur Pulver
1/2 Tasse frische geraspelte Kokosnuss, alternativ: getrocknete 


Instructions

  • Die Bittergurken zunächst gründlich waschen und längs halbieren. Die Kerne und das Mark herauskratzen und beiseite legen. Nun die Bittergurkenhälften von innen nach außen mit Salz einreiben und lasse es mindestens eine halbe bis 1,5 Stunden ruhen.
  • Die Bittergurken gründlich abspülen und anschließend mit einem Küchentuch abtupfen und quer in Halbringe schneiden (ca. 0,5 cm dick)
  • In der Zwischenzeit alle Zutaten, die unter „Feuchtes Masala“ angegeben sind, in einer Küchenmaschine fein pürieren, einschließlich Zwiebel, Tomate, roher Mango, grüner Chili, Knoblauch, Ingwer und frischer Kurkumawurzel.
  • Dann eine Pfanne erhitzen und die Zutaten, die unter der „Trockenes Masala“ angegeben sind, mit Ausnahme der Kokosnuss, einschließlich roher Erdnüsse, Koriandersamen, getrockneter roter Chilischoten und Tamarinde anrösten.
  • Sobald das fertig ist die gerösteten trockenen Zutaten mit den Kokosnussraspeln grob in einer Küchenmaschine vermahlen und beiseite stellen.
  • Eine Pfanne mit 2 EL Kokosöl bei kleiner Flamme erhitzen. Wenn das Öl erhitzt ist, die Bittergurkenscheiben hineingeben und diese von allen Seiten schön brutzeln (fast wie frittieren)
  • Wenn die Bittergurken eine schöne Farbe haben, die pürierte Tomaten-Mango-Zwiebel-Masala-Masse hinzugeben und das trockene (geröstete) Masala, rotes Chili-Pulver, Amchur-Pulver und Garam Masala unterrühren. Nach Bedarf evt. noch Salz hinzufügen.
  • Das Ganze für ca. 8-10 Minuten geschlossenem Deckel kochen lassen. Das überschüssige Wasser sollte absorbiert sein – anschließend einfach ausschalten.
  • Serviere die Bittergurken im fruchtigen Masala-Sud zusammen mit Palak Dal (Spinat Dal), Jeera-Reis und Raitta mit schwarzen Kichererbsen.

Notes

Solltest du keine Bittergurken bekommen, greife auf andere Bittergemüse zurück, wie z.B. Chicorée oder Zucchini.